1. Advent

Wir wünschen euch einen schönen 1. Advent und wollen euch einen kleinen Einblick in die Arbeit, bzw den Erfolg unseres " Katzenflüsteres" Frank zeigen.

Pepper kam im Spätjahr 2014 als ca. 2,5jähriger Fundkater aus Spöck in unsere Obut. Was er zuvor erlebt hat, wissen wir nicht. Allzu angenehm können seine Erfahrungen jedoch nicht gewesen sein, denn er war sehr abgemagert und ausgehungert und Menschen gegenüber extrem ängstlich und misstrauisch.
In der Station fühlte er sich wohl (solange ihm Menschen nicht zu nahe kamen), blieb aber meist Einzelgänger. An eine Vermittlung war lange nicht zu denken. Erst ganz allmählich taute er nach gut 2 Jahren etwas auf: Man konnte sich ihm nähern und ihn (gelegentlich und ganz behutsam) berühren - vorausgesetzt er befand sich in einem ausreichend entspannten Zustand und sah die Hand nicht.

Danke für die kostenlose und GEMA freie Musik von Purple Planet Royalty Free Music: "Dreamcatcher"

 

Im Laufe der Zeit genoss er die Streicheleinheiten auf diese Art und Weise immer mehr, fiel aber schnell in ein Verhaltensmuster von Schlagen und Beissen zurück, sobald er die streichelnde Hand nicht nur spürte, sondern im Sichtfeld hatte. Man musste somit immer auf der Hut sein, wenn man sich mit ihm beschäftigte, aber da er die Streicheleinheiten mit Schnurren und Sabbern quittierte, waren wir überzeugt davon, dass dieser Kater eigentlich einen Menschen braucht. So wurde er nach weiteren Fortschritten im Januar 2018 auch erstmals vermittelt. Mit seiner neuen "Dosenöffnerin" verstand er sich auch sehr gut - leider akzeptierte ihn die Erstkatze des Haushalts aber überhaupt nicht, so dass er wieder zu uns zurückkam. Die erste Zeit nach seiner Rückkehr war er etwas reserviert, kam dann aber schnell wieder auf den "alten Stand". Anfang 2019 gab es einen zweiten Vermittlungsversuch - diesmal schien es Pepper jedoch trotz objektiv passender Rahmenbedingungen im neuen Zuhause absolut nicht zu gefallen. Er landete somit nach einigen Wochen wieder bei uns und verhielt sich, als wäre er nie fortgewesen. So bekam er mit damals 7 Jahre in der Station seinen Gnadenplatz auf Lebenszeit. 2020 entdeckten wir dann seine Vorliebe für Wildlederhandschuhe - mit diesen ließ er sich auch dann streicheln, wenn er den Handschuh (und den Menschen) sehen konnte. Er wurde immer zutraulicher, schaute oft schon erwartungsvoll oder maunzte sogar freudig, wenn er den Handschuh sah und ließ sich (von ihm bekannten Menschen und in gewissen Situationen) dann auch kurzfristig hochheben und auch immer besser ohne Handschuh entspannt streicheln.
Im Oktober 2022 gab es dann endlich den Entwicklungssprung, den wir uns schon Jahre vorher für ihn gewünscht hatten: Pepper ließ sich hochheben, auf den Schoß setzen und blieb dort selig schnurrend und sabbernd liegen, während er seine Streicheleinheiten genoss. Es war so, als hätte er da schon immer hingehört und noch nie etwas anderes gemacht. Binnen weniger Tage konnte er es kaum erwarten, gestreichelt zu werden und animiert "seine Menschen" auch dazu, sich doch um ihn zu kümmern. Setzt oder legt man sich zu ihm, klettert er Nähe suchend auf den Schoß, Bauch oder Rücken, genießt es, gekrault zu werden oder einfach nur Tuchfühlung und Ansprache zu haben. Neuerdings revanchiert er sich auch mit kurzen Rücken- oder Nackenmassagen.
Wir sind überglücklich, dass er nach 8 Jahren nun endlich über seinen Schatten gesprungen ist und nun die Zuwendung sichtlich genießen kann, die ihm so gut tut. Es zeigt auch einmal mehr, dass es manchmal (leider) viel Zeit braucht und es ein oft steiniger Weg ist, aber all die Geduld und der Aufwand lohnen sich.

Helft uns, Samtpfoten wie Pepper diese Entwicklung und den Weg in ein besseres Leben zu ermöglichen!