Kitten im Seil

Es geschah in Bahnbrücken, einem Kraichtaler Stadtteil.

Leute hatten monatelang eine noch sehr junge Katze von 3-4 Monaten auf ihrer Terrasse gefüttert, denn sie schien niemandem zu gehören. So begann die Geschichte.

Sie endete in einem Drama am 07. Juli, als Wera Schmitz um 20.30 Uhr der Notruf verzweifelter Leute aus dem Ort erreichte. Sie waren auf der Suche nach Hilfe, hatten schon etliche erfolglose Anrufe bei Tierschutzorganisationen in der Region hinter sich, die seien aber alle voll und könnten nicht helfen. Auf ihrer Terrasse läge ein seltsames Bündel dreier mit einem dicken Seil verschnürter, frisch geborener Katzenbabys!
Unsere Helferin Andrea und ihr Mann Klaus, die in Kraichtal wohnen und gleich von Frau Schmitz alarmiert wurden, fuhren sofort hin.
Die Leute hatten bereits Teile des Seils abgeschnitten, aber es war alles immer noch ziemlich verknotet. Gemeinsam schnitten sie dann die Reste des Seils durch und befreiten endlich die Babys. 
Was für ein gruseliger Anblick! Die Nabelschnüre hingen noch an der Plazenta-Nachgeburt, die sich ebenfalls mit in dem Seilgewusel befand, und außerdem hing einem der Babys ein Teil des Darms aus dem Bauch heraus!
Klaus war der einzige, der den Nerv hatte, die Nabelschnüre zu durchtrennen (ihm gilt unser ganzer RESPEKT!) Anschließend, warm eingepackt, nahmen sie die Kleinen mit nach Hause, denn es war schon Nacht und Andrea würde die Kleinen erst am nächsten Morgen zu Katzenhilfe fahren können. Da sie derzeit bereits Pflegeplatz für Notkitten ist, hatte Andrea Kittenmilch im Haus und versorgte die beiden noch lebenden Babys, denn das eine war bereits kurz nach der Befreiung aus dem Seil verstorben.
Am Tag danach fuhr Andrea später zurück nach Bahnbrücken, um zu helfen die Mutter zu finden und mit einer Falle einzufangen. Aber es dauerte Stunden, bis sie aufgeben musste, denn die Katzenmama ließ sich nicht blicken.


Gestern, am 09. Juli ist das leider das zweite Baby gestorben, trotz aller tierärztlichen Bemühungen.
Gute Reise über die Regenbogenbrücke, ihr kleinen Babys, die anderen Katzen werden sich sicher gut um Euch kümmern!
Dem dritten Baby geht es ganz gut, es nuckelt kräftig an der Katzenmilchspritze mit Schnulleraufsatz. Frau Schmitz hat heute mit ihrem Lieblings-Angorapulli sogar ein Nestchen gebaut und putzt es sanft mit einer Zahnbürste, denn das simuliert die Zunge der Mama.

Wir hoffen es kommt durch! 

 Danke für die kostenlose und GEMA freie Musik von https://www.purple-planet.com: "Silent Tears"

Wir gehen davon aus, dass es sich, auch laut Aussage der Leute, um die durchgefütterte Katze handelte, die ihre Babys wohl in irgendeiner Nachbarsgarage auf gelagerten Seilen (weil weich) zur Welt gebracht hat. Und nicht um ein von Menschhand zusammengeschnürtes Päckle Katzenbabys! Wir werden nachforschen, wer in der Nachbarschaft ein Seil vermisst, denn den Leuten gehörte es nicht. Vermutlich hatten sich die Kleinen nach der Geburt in dem Seil verfangen. Die Katzenmutter wollte Hilfe holen und schleppte das Bündel auf die Terrasse zu den Leuten, die ihr geholfen hatten in der Hungersnot. So könnte es sich abgespielt haben.

Eine Lehre der Geschichte (sonst war das ganze Leiden VÖLLIG umsonst):
Bitte füttert keine "fremden" Katzen, sondern holt Hilfe! Telefoniert Euch durch, bis jemand hilft (regionale Tierschutzorgas, Tierheime,...).
Hätten wir die Katze vor ein paar Monaten zu uns geholt (da waren unsere Kapazitäten noch nicht so erschöpft wie jetzt), hätte es dieses Drama nicht gegeben; sie wäre bestimmt schon längst in eine schönes Zuhause vermittelt, und vor allem kastriert worden!

Zweitens: Es gibt tausende Orte in Deutschland, wie Bahnbrücken, die unter einer Schwemme wild lebender Katzen leiden und mit Sicherheit viele Katzen-Schicksale, von denen wir nicht zu träumen wagen. Das, was wir mitbekommen reicht schon aus, um uns schlaflose Nächte zu bereiten - und die Gedanken an die Katzen, denen wir draußen nicht helfen können, sind zusätzliche Qualen für uns (und für alle, die Katzen lieben!).

Also: Wann bitte, übernehmen Gemeinderäte, Bürgermeister, etc. endlich mal Verantwortung und handeln?!
Wir haben ein Aufnahmestopp ausgesprochen, weil unsere Kapazitäten völlig erschöpft sind. Uns geht es nicht anders als den anderen Tierschutzorganisationen. Und "zuständig" können wir nicht für so eine große Region sein! Dennoch helfen wir den Kleinsten, aber irgendwann ist auch damit Schluss, weil NICHTS MEHR geht.

Wohin denn mit all den ganzen Katzen, Ihr Politiker?? Lasst uns doch damit endlich nicht mehr alleine!

Drittens: Wenn es die Politik nicht auf die Reihe kriegt, zeigt Verantwortung und lasst Eure Freigänger (freiwillig) kastrieren (sowie kennzeichnen und registrieren). Auch sie vermehren sich draußen quasi unendlich - und wir aktiven Tierschützer müssen die Konsequenzen tragen. Das ist doch einfach gesellschaftlich nicht okay, und vor allem auch noch zum Leidwesen der Katzen (die man:frau:es doch eigentlich lieben, hegen und versorgen sollte, aber vor allem eben VERANTWORTUNG für sie übernehmen)!!

Bitte helft uns mit Eurer Spende, das alles wenigstens ohne Geldnot zu schaffen, aber auch mit einem Pflegeplatz, vor allem für Katzenmamas mit ihren Babys! Dann haben alle auch eine echte Chance für ein glückliches Katzenleben!

Wir danken vor allem Andrea und Klaus für ihren spontanen und schnellen Hilfseinsatz! ❤️❤️❤️

Spendenkonto
BBBANK KARLSRUHE
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Danke!!!