Aufnahmestopp in unserer Station!!

AUFNAHMESTOPP - Wir sind am Ende unserer Kapazität!!!


105.

 

Das, liebe Tierfreunde ist mitnichten die Anzahl der Katzen, denen wir in den ersten knapp 6 Monaten dieses Jahres geholfen haben. Es ist auch nicht die Anzahl der Katzen, die sich momentan in unserer Obhut befinden und ebensowenig die Zahl unserer Vereinsmitglieder.

Es ist - so unfassbar es scheint - allein die Anzahl der MOMENTAN bei uns und auf unseren Pflegestellen befindlichen KITTEN!
Einhundertundfünf... Das sind 210 Augen, die uns täglich hilfesuchend und vertrauensvoll ansehen. 420 Pfötchen, die dank unserer Arbeit hoffentlich einen Weg in ein unbeschwertes und glückliches Katzenleben gehen werden. 105 atmende und fühlende Wesen, die in der kurzen Zeit seit ihrer Geburt oft schon schlimme Schicksale erlitten haben und um deren Überleben wir mit ganzer Kraft kämpfen. Was für ein Ausmaß an Arbeit, aber natürlich auch Geld hierfür erforderlich ist und was uns und unseren Helfern dies Tag für Tag auch seelisch abverlangt (denn nicht immer können wir den Kampf gewinnen), könnt Ihr Euch wahrscheinlich in etwa ausmalen.

Die Tatsache, dass wir nur ein kleiner Tierschutzverein von vielen im Großraum Karlsruhe und Umgebung sind und dass auch bei weitem nicht alle Streunerkatzen und -kitten rechtzeitig gefunden werden (Stichwort "Dunkelziffer"), zeigt noch deutlicher, wie dramatisch diese Zahl von einhundertundfünf ist.

Wie Ihr wisst, haben wir in der Vergangenheit nie eine feste Obergrenze für die bei uns untergebrachten Katzen gezogen. Vielmehr haben wir aus der Erfahrung heraus und immer in Abhängigkeit der jeweiligen Situation (Umgänglichkeit/Verträglichkeit der Katzen untereinander, Verfügbarkeit von Pflegestellen, Vermittlungschancen und somit Freiwerden von Kapazität etc.) gehandelt und so gut wie nie einen Notfall abgewiesen, wenn verzweifelte Tierfreunde sich teilweise nach mehreren Absagen andernorts an uns gewandt haben. Damit haben wir über Jahre hinweg fast durchgehend am Limit der Belastbarkeit und Zumutbarkeit (sowohl für uns als v.a. auch für unsere Schützlinge) gearbeitet.

Aktuell ist aber der Punkt erreicht, in dem wir schlichtweg nicht mehr in der Lage sind, der Flut von Tieren, die ja nicht nur aus Karlsruhe, sondern teilweise auch in größerer Zahl aus dem Umland (Bruchsal, Östringen, Knittlingen, Baden-Baden, Kürnbach, Königsbach, Pfalz) zu uns gebracht werden, gerecht zu werden! Daher sehen wir uns leider gezwungen, ab sofort bis auf weiteres einen Aufnahmestopp zu verhängen.
Das sind wir unseren Schützlingen schuldig, denn es hilft nichts, wenn diese nicht mehr adäquat versorgt werden können. Schließlich handelt es sich hier um Lebewesen und nicht um Waren, die man im Zweifelsfall noch etwas höher stapeln oder enger zusammenquetschen kann, um die Kapazität zu erhöhen.

Wir sind uns bewusst, dass es leider auch Menschen gibt, die der Meinung sind, der Tierschutz müsse jedes Tier aufnehmen und sich gefälligst darum kümmern, dies auch jederzeit entsprechend bewerkstelligen zu können - zumal man ja an der Vermittlung von Tieren viel Geld verdiene. Dass dem in keinster Weise so ist, dürfte jedem, der entweder selbst im Tierschutz tätig war/ist oder sich zumindest einmal die Mühe gemacht hat, sich intensiver mit der Thematik zu befassen, klar sein - wir hören es aber leider trotzdem immer wieder.

Wenn Ihr helfen wollt, unterstützt die Tierschutzvereine - wenn möglich auch z.B. aktiv als Pflegestelle.

Und: Macht Druck auf die Politik. Noch leben wir in einer Demokratie, in der die Chance besteht, dass sich die gewählten Volksvertreter auch dem Willen der Mehrheit ihrer Wähler verpflichtet sehen. Kontaktiert Eure Ortsvorsteher, Bürgermeister, Abgeordneten und fordert sie dazu auf, endlich auch in Karlsruhe eine Kastrations- und Kennzeichnungsverordnung durchzusetzen, wie es andernorts Gott sei Dank inzwischen bereits der Fall ist. Macht Euch dafür stark, dass der Handel mit Katzen(babies) durch Vermehrer über das Internet oder Kleinanzeigen unterbunden wird, dass die Rechte und Möglichkeiten des Veterinäramts und der Tierschutzorganisationen gestärkt werden und fordert die Politiker dazu auf, sich auch in ihren Programmen klar zu solchen Maßnahmen zu bekennen und diese durchzusetzen. Ihr habt es in der Hand, gemeinsam mit uns Vereinen dafür Sorge zu tragen, dass der Tierschutz (in all seinen Facetten) den Stellenwert einnimmt, der erforderlich ist und den wir den Tieren schuldig sind.

In diesem Sinne hoffen wir auf Euer Verständnis und Eure Unterstützung und natürlich auch, dass die Kittenflut nicht noch größer wird und - wenn unser Schützlinge über den Berg sind und in ihre neuen Für-Immer-Zuhause vermittelt werden konnten - auch wieder Platz zur Verfügung steht. Denn die nächste Welle kommt - das ist sicher.

Herzlichen Dank, Euer Katzenhilfe-Karlsruhe-Team!