Ein Katzengedicht für Wera und Wolfgang

 In der Übersetzung von Jamie, Gabi und Günter Rösler Oktober 2010

 

Liebe Wera, lieber Wolfgang
Der „tausendarten“ Lärm der Menschen stirbt, die Grillen haben ausgezirpt
der meisten Arbeit ist vollbracht -´s wird ruhiger, ´s wird Mitternacht.
Es ist Vollmond, es ist silbergrau, kühler Wind – mehr kühl als lau
ein Lüftchen weht… gespenstisch fast der Mond am Himmel steht.
 
Könnt Ihr diese Stimmung vor’m geistigen Auge sehn? … die ist für Katzen wunderschön…!!!
So circa 8 -17 Katzen hier (oder waren’s drei bis vier?)
haben in just jener Vollmondnacht für Euch beide ein Gedicht gemacht:
Wir Katzen glaubten Euch damit Gutes zu tun, denn Eier legen wie Euer Huhn
können – und wollten – wir alle nicht. Mit uns – so scheint’s aus unserer Sicht –
habt ihr nur Stress und nix zu lachen weil wir Euch sooo viel Arbeit machen:
Wir kacken Euch die Hütten voll wir pieseln in alle Ecken – toll,
wir kotzen Haare, Futter und so Sachen nur dorthin wo’s am Schwersten wegzumachen!
 
Wir verteilen Futterreste überall, all der Geruch ist nicht ideal …
 Jede Decke, jedes Kissen ist ratz fatz kaputt, zerschlissen,
 Türen - und Tapeten vor allem, zeigen wundersam schnell Spuren von Krallen,
 wir zerlegen fast alles, schnell, …aber wir gucken doch sooo süß !!! gell?
 
 Wir fauchen auch, streiten, sind beleidigt…Bis wir endlich unser Revier verteidigt
 bringt ihr schon wieder neue Kater – Katzen mit nicht immer samt’nen Tatzen.
 Wir, wir reden ja meist kein Wort, letztendlich tun wir als wär‘ es selbstverständlich,
 dass ihr uns liebevoll diktatorisch hegt und selbstlos unterwürfig füttert, pflegt,
 
und dass wir – was wir oft nicht versteh‘n – mit Euch zum Tierarzt müssen geh’n: 
Da kriegen wir Spritzen in Beine und Po und man tätowiert und sterilisiert uns sowieso. 
Und wenn’s sein muss – schnipp und schnapp sind des Katers Nüsschen ab!!! 
Da hilft kein fauchen, miauen vor Schmerzen – Nein – weil unsre Gesundheit liegt Euch am Herzen! 
 
Euer Bemühen ist auch Tag und Nacht, dass uns jemand zum Haustier macht. 
Ihr versucht durch Klugheit, ohne zwingen, viele von uns unterzubringen, 
 nicht auf einer Tierstation nein! – in „schöner Wohnen“ mit Garten oder Balkon!
 
Lang ist die Liste Eurer guten Taten…doch just hat uns die Morgendämmerung verraten, 
 dass wir mit den Lobeshymnen müssen enden, lassen wir’s dabei bewenden!
 
Also, ab morgen – so haben wir nachts beschlossen – werden wir ganz unverdrossen 
ieb und brav sein, ohne murren, nur Köpfchen geben, zärtlich schnurren … 
 Wir räumen uns’re Häufchen selber weg, und auch den ganzen and’ren Dreck,
 wir pieseln nur noch in ein Eck und wischen alles selber weg.
 
 Wir geh’n alleine treu und brav zur Impfung zu Frau Fritzenschaf
 und spürt ein Kater unten ein zieh'n geht er natürlich auch gleich hin…
 Wir versuchen nicht mehr streng zu riechen werden dazu im nassen Gras nur kriechen,
 durch Rosen, Tulpen, Nelken schleichen oder mit Lavendel ´ne Art „Deo“ zu erreichen.
 
 All dies und noch vieles wollten wir machen damit wir Euch’s Leben leichter machen…
 Doch noch vor uns’rer Abschluss-Diskussion da wussten wir Katzen alle schon:
 Es bleibt letztlich nur der Schluss, dass man ZU VIIIEL ändern muss
 und dass – wenn ihr von all diesem Stress befreit auch nicht wirklich froh und glücklich seid!
 
 Uns’rer Katzen-Weisheit letzter Schluss der ist: Alles bleibt so wie es ist!
 Letztlich schreiben wir in diesen Zettel rein: Danke, wir lieben Euch – Wolfgang und Weralein!
 

 P.S. Auch heben wir dankbar unsere Pfötchen: Danke an alle and’ren Katzenhilfe-Mädchen!

 

Die süsse Mieze im Hintergrund heißt Bärle. Lesen Sie hier Bärles Erfahrungsbericht über die Katzenhilfe Karlsruhe